Die Gotik in München

Im 14.Jhdt., unter Kaiser Ludwig von Bayern beginnt in München eine erste, große Blütezeit des Geisteslebens und der Kunst. Seine Residenz bildet der Alte Hof, den das Herzoghaus der Wittelbacher im Jahrhundert zuvor erbaut hatte. Ludwig läßt hier eine gotische Hofkirche errichten, St.Lorenz, die leider im 19.Jhdt. abgerissen wurde. Aus dieser Kirche wie auch aus der frühen Marienkirche sind eine Reihe bedeutender gotischer Bildwerke erhalten geblieben. Den Höhepunkt der Gotik in München bilden jedoch die Werke des 15.Jhdts. Es ist die Zeit der Spätgotik. Hatten in früheren Zeiten hier Mönche die künstlerische Ausstattung der Kirchen geschaffen, so sind die Künstler des 15.Jhdts. hochspezialisierte Handwerker. Der Baumeister Jörg von Halspach, der Maler Jan Polack oder der Bildhauer Erasmus Grasser zählen zu den hervorragendsten Meistern in München. Eine stattliche Zahl von Bürgern hat es in diesem Jahrhundert durch Handel und andere Gewerbezweige zu großem Reichtum gebracht, während bei der Kirche nach 1450 der Verlust an religiöser Substanz immer deutlicher wird. Als unter Herzog Sigmund ab 1468 mit dem Neubau des Frauendoms auf dem Grund der alten Marienkirche begonnen wird, da sind es vor allem die Bürger der Stadt, die den Bau des Jörg von Halspach ermöglichen. Die reichen Patrizierfamilien richten sich in den Seitenschiffen ihre privaten Kapellen ein während für das übrige Volk ein gewaltiger Hallenbau entsteht, in dem mehr Menschen Platz finden als die ganze Stadt an Einwohnern zählt, denn zu dieser Zeit „...wolt jederman gen himmel“, wie ein Chronist schrieb.

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