Augustinus Rösch

Aktiver Widerstand gegen die Staatsgewalt widersprach der kirchlichen Lehre. Dennoch gab es in München einen kleinen Kreis von Jesuiten, die aus einer sehr konsequenten Ablehnung der Rechtlosigkeit und der Verbrechen des NS Regimes in den Widerstand gingen.
Augustinus Rösch
Alfred Delp
Rupert Mayer

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges betrachtete Pater Rupert Mayer es als seine wichtigste Aufgabe, den Menschen in ihren wirtschaftlichen und seelischen Nöten beizustehen und sie im Glauben zu bestärken. Bis zu 70 Predigten hielt er monatlich in und um München. Anfang der Dreißiger Jahre nahm der Nationalsozialismus erste Konturen an. Rupert Mayer erkannte die Gefahr und erhob früh seine Stimme dagegen. Von 1937 an versuchten die Nationalsozialisten, ihn mundtot zu machen. Er wurde erstmalig festgenommen und zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Wegen „fortgesetzten Vergehens“ gegen den sogenannten „Kanzelparagraphen“ - Mayer hatte gepredigt, dass der Mensch Gott mehr gehorchen müsse als den Menschen - wurde er danach sechs Monate in der Strafanstalt in Landsberg inhaftiert. Nach seiner Freilassung aber predigte Mayer unerschrocken weiter und wurde erneut verhaftet. Die Nazis internierten ihn 1939 im Konzentrationslager Sachsenhausen. Dort magerte er rapide ab und schwebte in akuter Lebensgefahr. Unter der Maßgabe, daß seine Vorgesetzten ihm Predigtverbot erteilen, ließ ihn die Gestapo aus dem KZ frei und übergab ihn der Benediktinerabtei Ettal zur Klosterhaft (1940-45). Wieder zurückgekehrt nach München war Pater Rupert Mayer körperlich völlig aufgezehrt. Am 1. November 1945 starb er nach der heiligen Messe in der Kreuzkapelle in der Münchner St. Michaelskirche.
 

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